Die meisten landen in Las Palmas, steigen in den Bus nach Süden und sehen die Stadt nie. Schade, denn hier gibt es etwas, das den Touristenorten an der Südküste fehlt: einen Alltag. Menschen gehen zur Arbeit, Familien sitzen sonntags am Strand, und abends füllen sich die Bars in den Seitengassen. Wer zwei Tage übrig hat, bekommt eine Altstadt, einen langen Stadtstrand und eine Insel von einer anderen Seite.
Tag eins, Vormittag: Vegueta, die Altstadt
Las Palmas wurde 1478 gegründet, und in Vegueta steht noch der älteste Teil der Stadt. Die Gassen sind schmal, viele Häuser haben Holzbalkone und Innenhöfe mit Pflanzen. Beginnen Sie früh, bevor die Sonne in den Gassen steht.
Am Platz Santa Ana steht die Kathedrale, deren Bau im 16. Jahrhundert begann und sich lange hinzog. Gleich daneben liegt die Casa de Colón, ein Museum zur Geschichte der Atlantikfahrten. Christoph Kolumbus legte auf Gran Canaria auf seiner ersten Reise 1492 einen Zwischenstopp ein, und das Haus erinnert daran. Öffnungszeiten und Eintritt ändern sich; schauen Sie vor dem Besuch auf die aktuellen Angaben der Museen.
Kurz vor Mittag lohnt der Markt von Vegueta. Hier kaufen die Einheimischen Käse, Fisch und Obst. Kosten Sie ruhig, was Sie nicht kennen, etwa kanarischen Ziegenkäse.
Tag eins, Nachmittag: Triana und der Hafen
Vegueta geht zu Fuß in Triana über, das Einkaufsviertel. Die Fußgängerzone ist lang und voll mit Läden, aber der Charme liegt in den Querstraßen mit Gebäuden aus dem frühen 20. Jahrhundert. Wer Souvenirs sucht, wird hier fündig, ohne in ein Einkaufszentrum zu müssen.
Am späten Nachmittag fahren oder laufen Sie zur anderen Seite der Halbinsel. Das ist der Teil, den Besucher häufig vergessen. Dort liegt die Hafengegend mit Santa Catalina, einem Park und einem Platz, an dem abends viel los ist. Es ist laut, bunt und etwas rau, und genau deshalb gehört es zum Bild der Stadt.
Tag zwei: Playa de Las Canteras
Der Stadtstrand ist rund drei Kilometer lang und gilt vielen als schönster Stadtstrand der Kanaren. Das Besondere ist die Barra, ein Felsenriff vor der Küste. Es bricht die Wellen, und so ist das Wasser im inneren Bereich oft ruhiger als an offenen Atlantikstränden. Der Wellengang bleibt trotzdem wechselhaft; achten Sie auf die Flaggen der Rettungsschwimmer und halten Sie sich an deren Hinweise.
Am Strand entlang führt eine Promenade, die sich zum Spazieren, Joggen und Radfahren eignet. In den Lokalen an der Promenade gibt es frischen Fisch. Gegen Abend sieht man Surfer und Schwimmer, dazwischen Familien. Wer den Südstrand von Maspalomas kennt, merkt den Unterschied sofort: weniger Hotelanlagen, mehr Leben.
Essen und Trinken: Was Sie nicht auslassen sollten
Probieren Sie die kanarische Küche in einfachen Lokalen, nicht nur an der Strandpromenade. Typisch sind Papas arrugadas, kleine Salzkartoffeln mit Mojo-Soße, außerdem gegrillter Fisch, Ziegenkäse und Gofio, ein geröstetes Mehl, das auf den Inseln seit Langem gegessen wird. Fragen Sie nach dem Tagesgericht. Es ist meist günstiger und frischer als die Standardkarte.
Abends ist Las Palmas eine Stadt der Tapas. Zwischen 21 und 22 Uhr füllen sich viele Lokale erst richtig. Planen Sie Ihren Rhythmus darauf ein.
Anreise und Fortbewegung
Vom Flughafen fahren Sie mit Bus oder Taxi in die Stadt. Wer im Süden wohnt, kommt mit dem Überlandbus nach Las Palmas; die Fahrt dauert gut eine Stunde bis anderthalb. Innerhalb der Stadt sind die meisten Ziele zu Fuß oder mit dem Stadtbus erreichbar. Einen Mietwagen brauchen Sie für Las Palmas selbst eher nicht, denn Parkplätze sind knapp. Aktuelle Fahrpläne klären Sie vor Ort.
Wer ohnehin überlegt, wo er auf der Insel wohnen will, findet den Vergleich der Regionen in Gran Canaria: Wo wohnen?. Las Palmas ist dort die Variante für alle, die Stadt und Strand verbinden wollen.
Beste Zeit und Wetter
Las Palmas liegt an der Nordostküste, und der Passat weht hier oft. Im Sommer ist es dadurch weniger heiß als im Süden, im Winter kann es bewölkt sein, während in Maspalomas die Sonne scheint. Einen Überblick liefert Beste Reisezeit für die Kanaren. Bei Saharastaub eignet sich ein Museumstag besser als ein Strandtag, mehr dazu in Calima auf den Kanaren.
Ein Tipp für Karnevalsfreunde: Der Karneval in Las Palmas gilt als einer der größten der Kanaren und findet meist im Februar oder März statt. Dann sind Unterkünfte knapp.
Häufige Fragen
Reichen zwei Tage für Las Palmas?
Für Altstadt, Strand und einen Abend in der Stadt reicht es gut. Wer auch Museen ausführlich besuchen möchte, plant einen dritten Tag ein.
Lohnt sich Las Palmas als Tagesausflug aus dem Süden?
Ja, wenn Sie früh losfahren. Die Busfahrt dauert allerdings hin und zurück mehrere Stunden. Bei zwei Tagen vor Ort ist eine Übernachtung in der Stadt entspannter.
Kann man in Las Canteras baden?
Ja, im geschützten Bereich hinter dem Riff meist gut. Achten Sie auf Flaggen und Hinweise der Rettungsschwimmer, denn die Bedingungen wechseln.
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Quellen
- UNESCO: Gran Canaria Biosphere Reserve. Programm „Der Mensch und die Biosphäre“ (MAB), Ausweisung 2005.
- Auswärtiges Amt: Spanien – Reise- und Sicherheitshinweise.
