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Gran Canaria: Wo wohnen? Süden, Westen, Norden und Las Palmas im Vergleich

Sandstrand mit Dünen bei Maspalomas auf Gran Canaria

Sie haben den Flug nach Gran Canaria schon im Blick, aber bei der Unterkunft hakt es: Maspalomas, Puerto Rico, Las Palmas, vielleicht doch der grüne Norden? Auf der Karte liegt alles nah beieinander, die Insel misst nur etwa 50 Kilometer im Durchmesser. Vor Ort unterscheiden sich die Küstenabschnitte trotzdem stark, im Wetter, im Publikum und im Tempo. Hier sehen Sie, welcher Teil der Insel zu welcher Art Urlaub passt.

Eine Insel, mehrere Klimazonen

Gran Canaria ist fast rund und steigt aus dem Meer bis auf knapp 2.000 Meter an. Diese Form erklärt vieles. Der Passat schiebt feuchte Luft von Nordosten gegen die Berge, im Norden bleiben deshalb oft Wolken hängen, der Süden liegt im Windschatten und bekommt deutlich mehr Sonne. Die UNESCO hat große Teile des Inselinneren 2005 zum Biosphärenreservat Gran Canaria erklärt, 2019 kam die Kulturlandschaft Risco Caido mit ihren heiligen Bergen zum Welterbe hinzu.

Für Ihre Wahl heißt das: Wer Sonne garantiert haben möchte, bucht im Süden. Wer Stadt, Kultur und grüne Hänge sucht, nimmt Abstriche beim Wetter in Kauf.

Der Süden: Maspalomas, Playa del Inglés, Meloneras

Hier liegt das Gran Canaria, das in den Katalogen steht. Die Dünen von Maspalomas sind ein Naturschutzgebiet mit feinem, hellem Sand, der Strand zieht sich kilometerlang an der Küste entlang. Dahinter reihen sich Hotels und Apartmentanlagen aneinander.

Die Orte gehen ineinander über, haben aber ihren eigenen Charakter:

  • Playa del Inglés: das Zentrum des Pauschaltourismus. Viele Restaurants und Bars, abends Betrieb bis spät, das Centro Comercial Yumbo ist bekannt für sein Nachtleben.
  • Maspalomas: deutlich ruhiger, mit Leuchtturm, Promenade und Golfplatz. Passt zu Paaren und Gästen, die Dünen vor der Tür wollen.
  • Meloneras: eine geplante Hotelzone westlich der Dünen mit langer Promenade, größeren Häusern und gepflegtem Ambiente.
  • San Agustín: klein, ruhig, mit dunklerem Sand und etwas Abstand zum Trubel.

Der Süden ist die einfachste Wahl für den ersten Besuch. Sie finden alles zu Fuß, und der Flughafen liegt gut 30 Minuten entfernt. Der Preis: Die Infrastruktur ist stark auf Urlauber ausgerichtet, das echte Inselleben sehen Sie selten.

Der Südwesten: Puerto Rico, Mogán, Amadores

Weiter westlich wird die Küste enger und steiler. Puerto Rico liegt in einer Schlucht, die Apartments ziehen sich in Terrassen den Hang hinauf. Der Ort ist ein Familienziel mit kleinem Strand, Hafen und vielen Bootsausflügen. Auch das Wetter hat hier einen Ruf: Der Südwesten gilt als einer der sonnigsten und windärmsten Abschnitte der Insel.

Nebenan liegt Puerto de Mogán, oft als „Klein-Venedig“ beschrieben. Weiße Häuser, Bougainvilleen, kleine Kanäle, ein Yachthafen. Am Freitag findet ein Markt statt. Der Strand ist klein, dafür ist der Ort ruhiger und hübscher als die großen Retortenstädte. Wer abends durch Gassen schlendern und nicht durch Einkaufspassagen laufen will, ist hier besser aufgehoben.

Amadores und Playa del Cura bieten ruhige Strandabschnitte mit hellem Sand. Weniger Programm, mehr Entspannung.

Der Norden: Las Palmas und die Küstenorte

Las Palmas de Gran Canaria ist die größte Stadt der Kanaren, kein Ferienort, sondern eine lebendige Großstadt mit Hafen, Universität und Alltag. Im Viertel Vegueta, der Altstadt, steht die Kathedrale Santa Ana; hier landete Kolumbus 1492 auf seiner ersten Reise zu einem Zwischenstopp. Die Playa de las Canteras gilt als einer der schönsten Stadtstrände Spaniens: etwa drei Kilometer Sand mit einem natürlichen Felsriff, das die Wellen bricht.

Wer hier wohnt, hat Restaurants, Museen, Märkte und Einkaufsstraßen vor der Tür. Es ist genauso gut ein Städtetrip mit Strand. Das Wetter ist wechselhafter als im Süden: Im Winter kann es bewölkt sein, im Sommer legt sich der Passatwolkenstreifen gern über die Stadt. Das ist keine Katastrophe, aber Sie sollten nicht jeden Tag blauen Himmel erwarten.

Weiter westlich liegen Gáldar, Agaete und Las Nieves. Agaete ist ein kleiner Hafenort mit Naturschwimmbecken in der Felsküste, von hier fahren Fähren nach Teneriffa. Die Küste ist rauer, Badebuchten sind oft steinig, und Sie brauchen ein Auto.

Das Inselinnere: Tejeda, Artenara und Co.

Wer ruhig wohnen möchte, findet im Zentrum der Insel Bergdörfer wie Tejeda oder Artenara. Das Land ist hier schroff, mit tiefen Schluchten und dem Roque Nublo als Wahrzeichen, einem rund 80 Meter hohen Basaltfelsen. In Artenara leben viele Menschen noch in Höhlenwohnungen, einige Häuser werden als Ferienunterkunft angeboten.

Das Inselinnere ist eine gute Ergänzung zum Strandurlaub, aber selten das Hauptquartier. Es gibt weder Strand noch Nachtleben, die Wege zum Meer sind lang und kurvig. Besser: ein oder zwei Tage Ausflug von der Küste aus, mit Wanderschuhen und warmer Jacke. Oben ist es merklich kühler als unten.

Für wen passt welche Region?

  • Familien mit Kindern: Süden oder Südwesten. Flache Strände, kurze Wege, viele Restaurants.
  • Paare, die Ruhe wollen: Maspalomas, San Agustín oder Puerto de Mogán.
  • Wer Party sucht: Playa del Inglés.
  • Kulturinteressierte und Städtereisende: Las Palmas, am besten in Strandnähe rund um Las Canteras.
  • Wanderer: Norden oder Inselmitte, mit Auto oder Bus.

Eine Mischung funktioniert gut: Fünf Nächte im Süden, zwei Nächte in Las Palmas oder im Gebirge. Mit dem Mietwagen oder den Überlandbussen (Guaguas) lässt sich die Insel gut erschließen.

Wann reisen?

Gran Canaria ist ein Ganzjahresziel. Im Winter sind Tagestemperaturen im Süden meist angenehm mild, im Sommer wird es heiß, aber nicht drückend. Zu welcher Jahreszeit welches Wetter zu erwarten ist, zeigt die Übersicht Beste Reisezeit für die Kanaren. Gelegentlich weht Saharastaub über die Inseln, mehr dazu unter Calima auf den Kanaren.

Häufige Fragen

Wo ist das Wetter auf Gran Canaria am besten?

Im Süden und Südwesten, rund um Maspalomas, Meloneras und Puerto Rico. Der Norden bekommt mehr Wolken und Niederschlag.

Brauche ich auf Gran Canaria einen Mietwagen?

Für einen reinen Strandurlaub im Süden nicht unbedingt. Busse verbinden die großen Orte und Las Palmas. Wer das Inselinnere und die Nordküste erkunden will, ist mit dem Auto deutlich flexibler.

Ist Playa del Inglés für Familien geeignet?

Der Strand ist breit und flach, und es gibt reichlich Angebote. Abends kann es laut werden, besonders in der Nähe der Vergnügungsmeilen. Fragen Sie bei der Buchung nach der Lage des Zimmers.

Kann ich von Gran Canaria andere Inseln besuchen?

Ja. Von Agaete fahren Fähren nach Teneriffa, zusätzlich gibt es Flüge zwischen den Inseln. Fahrzeiten und Abfahrten ändern sich, prüfen Sie sie vor der Reise. Ein Vergleich der Inseln steht in Welche Kanareninsel passt zu mir?

Lesen Sie auch

Quellen

  1. UNESCO: Gran Canaria Biosphere Reserve. Programm „Der Mensch und die Biosphäre“ (MAB), Ausweisung 2005.
  2. UNESCO-Welterbezentrum: Risco Caido and the Sacred Mountains of Gran Canaria Cultural Landscape (2019).
  3. Auswärtiges Amt: Spanien – Reise- und Sicherheitshinweise.