Der Flug nach Chiang Mai ist gebucht, Anfang März, weil da in Deutschland noch Matsch liegt. Dann taucht in einem Reiseforum das Wort „Smoke Season“ auf, und plötzlich ist die Vorfreude weg. Zu Recht? Teilweise. Im Norden Thailands gibt es eine Zeit im Jahr, in der die Luft über Wochen schlecht ist. Es gibt aber auch viele Monate, in denen das Problem schlicht nicht existiert. Hier steht, wann welche Zeit ist und wie Sie Ihre Reise darauf abstimmen.
Was die Rauchsaison eigentlich ist
Gegen Ende der Trockenzeit werden im Norden Felder abgebrannt, um sie für die nächste Aussaat vorzubereiten. Dazu kommen Wald- und Buschfeuer in den Bergen, auch jenseits der Grenzen in Nachbarländern. Es regnet kaum, die Luft steht, und der Rauch bleibt im Becken rund um Chiang Mai hängen. Das Ergebnis ist ein milchiger Himmel, brennende Augen und Berge, die man nicht mehr sieht.
Gemessen wird das meist als Feinstaub (PM2.5). Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt in ihren Luftgüteleitlinien von 2021 für den Tagesmittelwert höchstens 15 Mikrogramm pro Kubikmeter. In der schlimmsten Phase liegen die Werte in Chiang Mai in manchen Jahren um ein Vielfaches darüber. Wie stark, schwankt von Jahr zu Jahr: Wind, Niederschlag und Brandbekämpfung entscheiden mit.
Wann der Norden am besten ist
Grob lässt sich das Jahr in drei Abschnitte teilen. Die Grenzen sind fließend.
- November bis Januar: kühle, trockene Jahreszeit. Klare Sicht, angenehme Tage, nachts in den Bergen deutlich kühler, als viele erwarten. Für den Norden die beliebteste Reisezeit.
- Februar bis April: Es wird heißer, die Luft trüber. Der Höhepunkt der Rauchbelastung liegt häufig im März, mal etwas früher, mal später.
- Mai bis Oktober: Regenzeit. Die Landschaft ist grün, die Luft sauber, die Tage sind feucht, und es regnet oft am Nachmittag. Für Reisende, die Natur mögen und mit Schauern leben können, eine unterschätzte Option.
Die Übersicht für das ganze Land mit Küsten und Bangkok finden Sie im Beitrag zur besten Reisezeit für Thailand.
Müssen Sie im Februar bis April absagen?
Nicht zwingend. Es kommt darauf an, was Sie vorhaben.
Wer vor allem Tempel in der Altstadt besuchen, essen gehen und Märkte durchstreifen will, kann das auch bei dunstiger Luft tun. Unangenehm wird es bei Aktivitäten, die Sicht oder Kondition brauchen: Wandern im Doi-Inthanon-Gebiet, Aussichtspunkte am Doi Suthep, Radtouren, Ausflüge ins Hinterland. Die Aussicht, wegen der Sie hochfahren, fällt dann oft aus.
Wer empfindlich auf schlechte Luft reagiert, zum Beispiel mit Asthma oder anderen Atemwegsproblemen, plant den Norden besser außerhalb der Rauchmonate und fragt vor der Reise den eigenen Arzt. Das ist keine Panikmache, sondern gesunder Menschenverstand.
Wenn Sie trotzdem im März fahren
Manchmal passt der Urlaub nur in dieses Zeitfenster. Dann helfen ein paar Vorkehrungen.
- Schauen Sie täglich auf eine Luftqualitäts-App oder die Seite der thailändischen Behörden. Die Werte ändern sich von Tag zu Tag deutlich.
- Planen Sie flexibel. Besichtigungen im Innenraum, Kochkurse und Museen lassen sich bei schlechter Luft vorziehen, Bergtouren verschieben.
- Wählen Sie eine Unterkunft mit Klimaanlage und geschlossenen Fenstern. Manche Hotels haben Luftfilter, fragen Sie danach.
- Packen Sie Masken mit Filterwirkung ein, die eng am Gesicht sitzen. Einfache Stoffmasken halten feinen Staub kaum zurück.
- Bauen Sie einen Puffer für den Plan B ein. Wenn die Luft zu schlecht wird, bringt Sie ein Inlandsflug oder eine Fahrt an die Küste schnell woandershin.
Der Plan B liegt in dieser Zeit meist am Golf von Thailand. Dort ist von Februar bis April oft trockeneres Wetter, wie der Vergleich Phuket oder Koh Samui zeigt. Verlässlich ist das nicht für jedes Jahr, daher lohnt der Blick auf die aktuelle Wetterlage.
Was der Norden außerhalb der Rauchzeit bietet
Chiang Mai ist keine Strandstadt, und gerade das macht den Reiz. Die Altstadt liegt innerhalb eines quadratischen Grabens, mit zahlreichen Tempeln auf engem Raum. Wie Sie sich dort kleiden und verhalten, steht im Beitrag zu Tempeln in Thailand. Rund um die Stadt gibt es Berge, Wasserfälle, Nachtmärkte und Kochschulen.
Im November feiert man im Norden Yi Peng und Loy Krathong, das Lichterfest mit Laternen und schwimmenden Gaben. Das Datum folgt dem Mondkalender und ändert sich jedes Jahr. Wer wegen des Festes reist, bucht Unterkunft und Anreise früh, denn die Stadt ist dann voll.
Häufige Fragen
Ist die Luft in Chiang Mai das ganze Jahr schlecht?
Nein. Die starke Belastung konzentriert sich auf einige Wochen am Ende der Trockenzeit. In der Regenzeit und in der kühlen Jahreszeit ist die Luft in der Regel deutlich besser.
Welcher Monat ist der schlechteste?
Meist der März, teils Anfang April. Das ist ein Erfahrungswert, kein Fahrplan. Mal beginnt es früher, mal klingt es schneller ab.
Lohnt sich Chiang Mai in der Regenzeit?
Wenn Sie flexibel sind, ja. Es ist grün, ruhiger und oft günstiger. Rechnen Sie mit Regen am Nachmittag und mit matschigen Wegen im Gelände.
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Dieser Artikel dient nur der Information. Bitte prüfen Sie Wetterlage, Luftqualität und Einreisebestimmungen vor der Reise bei den offiziellen Stellen.
Quellen
- World Health Organization: WHO global air quality guidelines. Particulate matter (PM2.5 and PM10), ozone, nitrogen dioxide, sulfur dioxide and carbon monoxide, 2021.
- Thai Meteorological Department (TMD): Klima Thailands und Jahreszeiten, tmd.go.th.
- Auswärtiges Amt: Thailand, Reise- und Sicherheitshinweise (aktuelle Fassung auf der Seite des Auswärtigen Amts prüfen).