Mittags um zwei, kein Schatten, Sand in den Schuhen und der Strand noch ein gutes Stück entfernt: So enden viele erste Ausflüge in die Dünen von Maspalomas. Das Gelände sieht aus wie ein Stück Sahara am Atlantik und wirkt harmlos, weil das Hotel in Sichtweite liegt. Wer vorher weiß, wie die Dünen aufgebaut sind, welche Regeln gelten und wann der Besuch am angenehmsten ist, spart sich Sonnenbrand und Umwege.
Was die Dünen eigentlich sind
Die Dünen von Maspalomas liegen an der Südspitze von Gran Canaria zwischen Playa del Inglés und Meloneras. Sie sind als Naturreservat geschützt. Der Sand stammt aus dem Meer und wird vom Passat Jahr für Jahr landeinwärts getragen, die Dünen wandern und verändern ihre Form. Das erklärt, warum ein Foto von vor zehn Jahren nicht mehr genau zu dem passt, was Sie heute sehen.
Zum Schutzgebiet gehören auch die Palmenoase Palmeral und die Lagune Charca de Maspalomas. In der Lagune rasten Zugvögel, vor allem im Winterhalbjahr. Ein Leuchtturm aus dem späten 19. Jahrhundert steht am westlichen Ende und dient bis heute als Orientierungspunkt.
Wie Sie hinkommen
Es gibt keinen Haupteingang mit Kasse. Das Gebiet ist offen, und Sie erreichen es von mehreren Seiten:
- Von Playa del Inglés: Hier liegt der breiteste Zugang. Vom Strand gehen Sie direkt in die Dünen hinein. Wer in einem der Hotels an der Avenida de Tirajana wohnt, ist in einer Viertelstunde da.
- Von Maspalomas und dem Leuchtturm: Die Promenade am Faro führt Sie an die westliche Seite. Ein guter Startpunkt, wenn Sie zuerst die Lagune sehen wollen.
- Von Meloneras: Die Strandpromenade verbindet die Hotelzone mit dem Leuchtturm. Zu Fuß ist das ein Spaziergang von etwa 20 bis 30 Minuten, je nachdem, wo Ihr Hotel liegt.
Mit dem Linienbus kommen Sie aus den Nachbarorten bis nahe an den Rand des Gebiets. Welche Linie wo hält, ändert sich gelegentlich. Schauen Sie vor Ort an der Haltestelle nach.
Regeln im Reservat
Die Dünen sind kein Spielplatz, sondern Lebensraum. Pflanzen halten den Sand fest, kleine Tiere leben darin, und die Dünenstruktur reagiert empfindlich auf Tritte abseits der Wege. Deshalb gelten Einschränkungen, die per Schild vor Ort ausgewiesen sind. Beachten Sie diese Hinweise, sie werden von Zeit zu Zeit angepasst.
Als Faustregel gilt:
- Bleiben Sie auf den gekennzeichneten Wegen und Zonen.
- Nehmen Sie Ihren Müll wieder mit, auch Flaschenverschlüsse und Zigarettenstummel.
- Pflanzen und Sand bleiben liegen. Der Sand ist kein Souvenir.
- Kein offenes Feuer und kein Zelten.
Auch die Regeln für Hunde, Fahrzeuge und Musik stehen auf den Tafeln am Eingang. Wer unsicher ist, fragt kurz bei der Touristeninformation in Playa del Inglés oder Maspalomas nach.
Ein Hinweis, der oft überrascht: Ein Teil des Strandes neben den Dünen wird traditionell von Textilfreien genutzt. Wer das nicht möchte, bleibt auf der Seite Richtung Leuchtturm und Meloneras.
Die beste Tageszeit
Früh am Morgen oder am späten Nachmittag. Dazwischen ist es heiß, der Sand heizt sich auf, und Schatten gibt es kaum. Im Sommer brennt der Sand an den nackten Sohlen.
Morgens ist das Licht weich, die Luft kühler, und die Rippen im Sand sind noch nicht von vielen Spuren zerstört. Wer vor dem Frühstück los will, wird mit fast leeren Dünen belohnt. Am späten Nachmittag lohnt sich der Weg wegen des Lichts bis zum Sonnenuntergang. Planen Sie dann den Rückweg ein, denn im Winter wird es früh dunkel.
Eine feste Jahreszeit gibt es nicht. Winter und Frühjahr sind angenehm mild, im Hochsommer ist die Hitze das Problem. Wie das Wetter über das Jahr verteilt aussieht, zeigt die Übersicht Beste Reisezeit für die Kanaren.
Wind, Hitze, Sand: Was Sie mitnehmen sollten
Der Passat weht am Nachmittag oft stärker. Er treibt feinen Sand in die Luft, der in Augen, Kameras und Handys eindringt. Eine Sonnenbrille mit seitlichem Schutz hilft, ein Tuch vor Mund und Nase ebenso. Schützen Sie die Kamera in einem Beutel.
Dazu gehören:
- mindestens ein Liter Wasser pro Person,
- Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor und eine Kopfbedeckung,
- feste Schuhe oder Sandalen mit Fersenband (Flipflops rutschen im lockeren Sand),
- ein leichtes Tuch, falls der Wind zunimmt.
Treibt gerade Saharastaub über die Insel, wird die Luft diesig und der Aufenthalt in den Dünen unangenehmer. Mehr dazu in Calima auf den Kanaren.
Wie lange einplanen?
Ein Spaziergang vom Strand bis zur Lagune und zurück dauert grob ein bis zwei Stunden. Wer die Dünen komplett durchquert und noch den Leuchtturm und die Promenade einplant, ist schnell einen halben Tag unterwegs. Sie müssen nicht alles sehen: Auch ein kurzer Gang in die Dünen vom Strand aus lohnt sich, wenn Sie nur mal den Sand unter den Füßen spüren wollen.
Im Gelände ist der Abstand zwischen den Orientierungspunkten größer, als er von außen scheint. Dünen sehen von weitem flach aus und sind beim Gehen anstrengend, jeder Schritt sinkt ein.
Häufige Fragen
Kostet der Eintritt zu den Dünen etwas?
Nein, das Gelände ist frei zugänglich. Kosten entstehen nur für Angebote am Rand, etwa Liegen oder Ausflüge.
Kann ich die Dünen mit Kindern besuchen?
Ja, sofern die Hitze im Rahmen bleibt. Planen Sie kurze Etappen, Wasser und Sonnenschutz ein. Kleine Kinder tragen Sie besser im Tragetuch als im Buggy, da die Räder im Sand einsinken.
Wo wohne ich am besten, wenn ich oft in die Dünen will?
In Playa del Inglés oder Maspalomas liegen die Zugänge direkt vor der Tür. Ein Vergleich der Regionen steht in Gran Canaria: Wo wohnen?
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Quellen
- UNESCO: Gran Canaria Biosphere Reserve. Programm „Der Mensch und die Biosphäre“ (MAB), Ausweisung 2005.
- Auswärtiges Amt: Spanien – Reise- und Sicherheitshinweise.
