Unten am Strand von Maspalomas sind es 28 Grad, eine Stunde später stehen Sie auf 1.500 Metern in Jacke und Wolkenfetzen. Gran Canaria wird gern als „Miniaturkontinent“ bezeichnet, und der Roque Nublo ist der Ort, an dem man das versteht. Der Felsen ist das Wahrzeichen der Insel, der Weg dorthin ist kurz, und trotzdem scheitern manche Ausflüge an Nebel, Serpentinen oder falschen Schuhen.
Warum der Roque Nublo das Ziel Nummer eins im Inselinneren ist
Der Roque Nublo ist ein frei stehender Basaltmonolith, rund 80 Meter hoch, der aus dem Gipfelgelände der Insel ragt. Sein Name bedeutet etwa „Wolkenfelsen“, und der Name passt: Oft hängen Wolken davor, manchmal darunter, und dann liegen sie wie ein Meer zu Ihren Füßen. Die Ureinwohner der Insel betrachteten den Felsen als heiligen Ort.
Das ganze Gebiet gehört zu einem Naturpark. Die UNESCO hat 2019 außerdem die Kulturlandschaft „Risco Caído und die heiligen Berge von Gran Canaria“ in die Welterbeliste aufgenommen. Zu ihr zählen Orte wie der Roque Bentayga in der Nachbarschaft. Wer einen Tag im Inselinneren verbringt, sieht beides: Natur und Spuren der alten Bevölkerung.
Die Anfahrt: Das Auto ist der Normalfall
Der übliche Ausgangspunkt der Wanderung liegt an einem Parkplatz am Straßenrand oberhalb von Ayacata, bei La Goleta. Von der Südküste aus fahren Sie über Gebirgsstraßen durch Täler und Pinienwälder. Rechnen Sie für die Strecke von Maspalomas gut mit anderthalb bis zwei Stunden, je nach Verkehr und Fahrstil. Von Las Palmas aus ist es ähnlich.
Die Straßen sind eng und kurvig. Wer Kurven schlecht verträgt, nimmt eine Tablette mit und plant Pausen ein. Fahren Sie lieber früh los: Der Parkplatz am Ausgangspunkt hat nur wenige Plätze, und an sonnigen Wochenenden parken die Autos weit die Straße hinunter.
Mit öffentlichen Bussen ist der Ausflug möglich, aber umständlich, und Fahrpläne ändern sich. Wer ohne Mietwagen unterwegs ist, bucht deshalb oft eine geführte Tour oder ein Taxi. Aktuelle Verbindungen klären Sie am besten vor Ort bei der Touristeninformation.
Die Wanderung selbst
Vom Parkplatz führt ein gut sichtbarer Weg in den Park. Die Strecke ist kurz, aber ansteigend: Planen Sie für Hin- und Rückweg grob zwei Stunden ein, mit Pausen und Fotos eher mehr. Das Gelände ist felsig, an einigen Stellen steinig und rutschig, vor allem nach Regen.
Man unterschätzt es leicht. Wer das Hotel im Badeanzug verlassen hat, bekommt oben oft Probleme, denn auf dieser Höhe weht ein kühler Wind. Mehrere Dinge haben sich bewährt:
- feste Schuhe mit Profil, keine Flipflops,
- eine Windjacke oder ein Pullover, auch im Sommer,
- Wasser für die ganze Tour, denn unterwegs gibt es nichts zu kaufen,
- Sonnenschutz, denn die Strahlung in der Höhe ist stärker, als man spürt.
Der Felsen selbst darf nicht bestiegen werden. Er ist ein geschütztes Naturdenkmal, und das Klettern ist untersagt. Die Aussicht lohnt sich ohnehin vom Weg aus, auf dem Sie den Monolithen von mehreren Seiten sehen.
Wetter: Wann sich die Fahrt lohnt
Im Inselinneren ist es deutlich kühler als an der Küste, und das Wetter schlägt schnell um. Der Passat staut Wolken an der Nordseite, während der Süden oft Sonne hat. Der Gipfelbereich kann dazwischen liegen: Mal ist alles klar, mal sehen Sie nur Nebel.
Prüfen Sie am Morgen die Wettervorhersage und die Webcams der Region, bevor Sie losfahren. Klare Tage gibt es auch im Winter, und in dieser Jahreszeit ist es zum Wandern oft angenehmer als im Hochsommer. Gelegentlich fällt im Winter an den höchsten Stellen sogar Frost. Einen Überblick über das Klima gibt Beste Reisezeit für die Kanaren.
Wenn Saharastaub über der Insel liegt, sieht man von oben deutlich weniger. Dann lohnt es sich eher, den Ausflug zu verschieben. Mehr dazu steht in Calima auf den Kanaren.
Was sich mit dem Ausflug verbinden lässt
Ein Tag im Inselinneren muss nicht beim Felsen enden. In der Gegend liegen kleine Bergdörfer, in denen Sie zu Mittag essen können, und mehrere Aussichtspunkte an der Straße. Der Pico de las Nieves gilt als höchster Punkt der Insel, mit knapp 1.950 Metern, und ist mit dem Auto erreichbar. Auch der Roque Bentayga mit seiner archäologischen Bedeutung lässt sich gut anschließen.
Wer ohnehin Maspalomas besucht, kombiniert den Ausflug mit einem ruhigeren Strandtag. Für den Strand ist Dünen von Maspalomas: Besuch, Regeln und beste Tageszeit die passende Ergänzung.
Wer nicht nur Strand will, sondern mehrere Bergtouren plant, sollte die Unterkunft entsprechend wählen. Der Vergleich der Regionen steht in Gran Canaria: Wo wohnen?
Häufige Fragen
Ist die Wanderung zum Roque Nublo für Kinder geeignet?
Ja, wenn sie trittsicher sind und bereits kürzere Wanderungen gemacht haben. Der Weg ist kurz, aber felsig und steigt an. An exponierten Stellen sollten Sie Kinder nah bei sich halten.
Brauche ich eine Genehmigung oder muss ich Eintritt zahlen?
Für den Wanderweg ist uns keine Gebühr bekannt. Regeln in Naturparks können sich ändern, prüfen Sie daher aktuelle Hinweise auf den Tafeln vor Ort oder bei der Touristeninformation.
Kann ich den Ausflug ohne Mietwagen machen?
Ja, mit einer geführten Tour oder einem Taxi. Der Linienbus ist möglich, aber langsam und mit Umstiegen verbunden.
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Quellen
- UNESCO World Heritage Centre: Risco Caido and the Sacred Mountains of Gran Canaria Cultural Landscape, Aufnahme 2019.
- UNESCO: Gran Canaria Biosphere Reserve. Programm „Der Mensch und die Biosphäre“ (MAB), Ausweisung 2005.
- Auswärtiges Amt: Spanien – Reise- und Sicherheitshinweise.
