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Teide besteigen: Genehmigung, Routen und Vorbereitung

Sie stehen am Seilbahnschalter auf 2.356 Metern, die Sonne brennt, und der Gipfel liegt scheinbar nur eine Handbreit höher. Dann fällt der Satz: ohne Genehmigung kein Zutritt. Viele Teneriffa-Urlauber erfahren das erst an dieser Stelle. Dabei lässt sich die Teide-Besteigung gut vorbereiten, wenn Sie wissen, welche Variante zu Ihnen passt und wo die Fallstricke liegen.

Warum der letzte Abschnitt eine Genehmigung braucht

Der Teide ist mit 3.718 Metern der höchste Berg Spaniens und liegt mitten im gleichnamigen Nationalpark, der seit 2007 zum UNESCO-Welterbe gehört. Der Gipfelkrater ist empfindlich: Schwefelablagerungen, lose Lava und viele Besucher vertragen sich schlecht. Deshalb ist der letzte Abschnitt zum Krater geschützt und nur mit einer kostenlosen Genehmigung begehbar, die der Nationalpark vergibt.

Wichtig ist die Unterscheidung. Bis zur oberen Seilbahnstation und rund um den Berg dürfen Sie ohne Papier. Nur der Pfad von dort zum Gipfelkrater ist genehmigungspflichtig. Die Zahl der Tagesgenehmigungen ist begrenzt und in der Hauptreisezeit oft Wochen im Voraus vergeben.

So kommen Sie an die Genehmigung

Beantragt wird sie online über die Reservierungsseite der spanischen Nationalparks (Organismo Autónomo Parques Nacionales). Sie geben Datum, Uhrzeit und die Daten aller Personen an, für jede Person aus Ihrer Gruppe wird ein Platz benötigt. Sie erhalten ein Dokument, das Sie am Pfad vorzeigen, zusammen mit dem Ausweis. Handyfoto und Ausweis in der Jackentasche genügen meist.

Drei Dinge helfen in der Praxis:

  • Reservieren Sie früh, sobald Ihre Reisedaten stehen. Flexible Tage unter der Woche sind leichter zu bekommen als Wochenenden.
  • Prüfen Sie die Bedingungen kurz vor der Reise erneut. Zugangsregeln, Zeitfenster und Kontingente werden vom Nationalpark angepasst, deshalb nennen wir hier bewusst keine Zahlen.
  • Haben Sie keine Genehmigung bekommen, bleibt die Besteigung bis zur Seilbahnstation oder die Wanderung rund um den Krater, dazu mehr unten.

Drei Wege nach oben

Mit der Seilbahn bis La Rambleta

Die Seilbahn bringt Sie in wenigen Minuten von 2.356 auf 3.555 Meter. Das ist die bequeme Variante, und für die meisten Besucher auch die vernünftige. Von der Bergstation führt ein markierter Pfad in etwa einer Stunde zum Gipfel, der Höhenunterschied beträgt gut 160 Meter. Das klingt wenig, ist es in dieser Höhe aber nicht: Der Pfad ist steinig, der Atem kurz, und in der dünnen Luft braucht jeder Schritt mehr Kraft als gewohnt.

Auch die Seilbahn ist wetterabhängig. Bei starkem Wind steht sie still, und das kommt im Winter und bei Passatlagen öfter vor. Planen Sie also nicht den letzten Urlaubstag für den Teide ein.

Zu Fuß von Montaña Blanca

Wer den Berg wirklich besteigen will, startet an der Montaña Blanca auf rund 2.350 Metern. Der Weg führt über etwa 1.300 Höhenmeter und gut acht Kilometer in eine Richtung zum Schutzhaus Altavista auf 3.260 Metern. Viele übernachten dort, um den Sonnenaufgang vom Gipfel zu erleben. Die Hütte ist begehrt und muss ebenfalls reserviert werden.

An einem Tag ist die Tour möglich, aber fordernd. Sie sollten Bergwandern gewohnt sein und die Strecke in beide Richtungen schaffen, bei früh einsetzender Dämmerung im Winter ein knapper Plan.

Ohne Gipfel: die Alternative

Keine Genehmigung, schlechtes Wetter, kleine Kinder? Dann lohnt der Park trotzdem. Rund um die Seilbahnstation und in den Roques de García finden Sie kurze Wege durch eine Mondlandschaft aus erstarrter Lava. Der Blick vom La Rambleta reicht bei klarer Sicht bis zu den Nachbarinseln, und das ohne Papier.

Die Höhe unterschätzt man leicht

Vom Strand in Los Cristianos sind es mit dem Auto etwa anderthalb Stunden bis in den Park. Dazwischen liegen 2.000 Höhenmeter. Manche Menschen reagieren darauf mit Kopfschmerz, Schwindel oder Übelkeit. Das ist kein Zeichen von mangelnder Fitness, sondern der Körper braucht Zeit, sich anzupassen.

Gehen Sie langsam und trinken Sie reichlich. Bei starken Beschwerden kehren Sie um, mit der Seilbahn geht das in Minuten. Wer ohnehin Herz- oder Lungenprobleme hat, sollte vor der Reise mit dem Arzt sprechen.

Was in den Rucksack gehört

Unten ist es Sommer, oben nicht. Auf dem Gipfel liegen die Temperaturen auch im Juli oft nur knapp über dem Gefrierpunkt, im Winter fällt Schnee. Der Wind kommt dazu.

  • Warme Schichten, Windjacke, Mütze und Handschuhe
  • Feste Schuhe mit gutem Profil, keine Flip-Flops, die gibt es dort oben tatsächlich zu sehen
  • Sonnenbrille, Sonnenschutz und Kappe, denn die UV-Strahlung ist in der Höhe deutlich stärker
  • Mindestens einen Liter Wasser pro Person und etwas zu essen, es gibt am Pfad nichts zu kaufen

Die beste Zeit für den Aufstieg

Am verlässlichsten sind Frühsommer und Frühherbst, wenn Schnee und Sturm selten sind. Der Park ist ganzjährig geöffnet, doch im Winter kann Eis auf dem Pfad liegen, und Wege werden gesperrt. Morgens ist die Sicht meist am besten, mittags ziehen im Sommer gelegentlich Wolken am Hang auf. Ein Blick auf die Seilbahn-Webcam oder die Wettervorhersage des Parks vor der Anfahrt erspart eine lange Fahrt umsonst. Zur Frage, welcher Monat sich für welche Aktivität eignet, lesen Sie Beste Reisezeit für die Kanaren.

Wo wohnen, wenn der Teide Ihr Ziel ist?

Der Park lässt sich von allen Teilen der Insel erreichen, die Anfahrt ist aber lang. Wer früh oben sein möchte, wohnt am besten nicht ganz im Süden oder im äußersten Norden. Einen Vergleich der Inselhälften finden Sie unter Teneriffa: Norden oder Süden – wo wohnen?.

Häufige Fragen

Kostet die Gipfelgenehmigung etwas?

Sie ist nach den bei Redaktionsschluss bekannten Regeln kostenlos. Die Seilbahn dagegen kostet Eintritt. Prüfen Sie Preise und Bedingungen direkt bei den Betreibern.

Brauche ich eine Genehmigung für die Seilbahn?

Nein. Nur der Pfad von der Bergstation zum Gipfelkrater ist genehmigungspflichtig.

Ist der Aufstieg mit Kindern möglich?

Mit größeren Kindern und Seilbahn ja, wenn sie gerne laufen und nicht frieren. Bei kleinen Kindern ist die Höhe die größere Frage als die Strecke, entscheiden Sie vor Ort nach Wohlbefinden.

Was, wenn die Seilbahn nicht fährt?

Dann bleiben Wanderungen im unteren Parkbereich, etwa in den Roques de García. Ob Ihre Genehmigung auf einen anderen Tag umgebucht werden kann, klären Sie mit dem Nationalpark.

Lesen Sie auch

Quellen

  1. UNESCO World Heritage Centre: Teide National Park. Welterbeliste, Eintragung 2007.
  2. Organismo Autónomo Parques Nacionales: Parque Nacional del Teide, Informationen zu Zugang und Genehmigung für den Gipfel (aktuelle Regeln auf der Seite des Nationalparks prüfen).