Sie öffnen eine Karte der Philippinen und sehen: Punkte, überall Punkte. Über 7.000 Inseln, und jede Reiseseite empfiehlt eine andere. Wer zum ersten Mal hinfliegt, hat meist zwei bis drei Wochen und will am Ende nicht die Hälfte davon in Fähren und Wartehallen verbracht haben. Die gute Nachricht: Für den Anfang reichen vier Namen. Palawan, Cebu, Bohol und Boracay decken ziemlich genau ab, was die meisten Erstbesucher suchen.
Erst die Frage, dann die Insel
Die Philippinen sind kein Land, in dem man mal eben zwischen zwei Stränden pendelt. Die Entfernungen sind groß, viele Verbindungen laufen über Manila oder Cebu, und Inlandsflüge sowie Fähren fallen bei schlechtem Wetter aus. Deshalb lohnt es, vor der Inselwahl drei Dinge zu klären:
- Wie viel Zeit haben Sie wirklich? Unter zwei Wochen sollten es höchstens zwei Inselgruppen sein.
- Was soll im Mittelpunkt stehen: Strand, Schnorcheln und Tauchen, Natur oder Kultur und Alltag?
- In welchem Monat reisen Sie? Das Wetter entscheidet auf den Philippinen stärker über die Route als anderswo.
Palawan: Lagunen, Karstfelsen, lange Wege
Palawan gilt als schönste Insel des Landes, und die Bilder stimmen im Kern: schroffe Kalksteinfelsen, die direkt aus türkisem Wasser ragen, kleine Buchten, in die nur ein Auslegerboot passt. Dafür steht vor allem der Norden mit El Nido und Coron, das streng genommen auf der Nachbarinsel Busuanga liegt.
Das Programm besteht fast immer aus Bootstouren zwischen Inseln, Lagunen und Riffen. Das ist wunderbar, aber es ist auch das Hauptthema Ihrer Tage. Wer Strand nur zum Liegen sucht, wird auf Palawan nicht automatisch glücklicher als anderswo.
Zwei Besonderheiten sollten Sie kennen. Der Unterirdische Fluss bei Puerto Princesa gehört seit 1999 zum UNESCO-Welterbe, der Nationalpark ist ein klassischer Tagesausflug. Und die Tubbataha-Riffe, ebenfalls Welterbe seit 1993, sind ein Ziel für erfahrene Taucher auf mehrtägigen Tauchsafaris, nichts für einen Spontanbesuch.
Der Haken: Die Anreise ist lang, und innerhalb Palawans sind die Straßen schlecht. Für weniger als zehn Tage lohnt sich Palawan nur, wenn Sie sich auf eine einzige Ecke beschränken.
Cebu: das Tor zu den Visayas
Cebu ist weniger Postkarte als Drehscheibe. Die Insel hat einen großen internationalen Flughafen, gute Verbindungen und eine Mischung aus Stadt, Bergland und Küste. Wer wenig Zeit hat, kann hier ohne Umwege ankommen und trotzdem sofort etwas erleben.
Beliebte Ziele sind die Kawasan-Wasserfälle im Süden und Moalboal, wo man direkt vom Ufer aus zu den Riffen schnorcheln kann. Die Stadt Cebu selbst zeigt Kolonialgeschichte, Märkte und Alltag und ist gut für einen Tag, nicht für eine Woche.
Cebu ist der ehrlichste Startpunkt, wenn Sie noch nicht wissen, was Ihnen auf den Philippinen gefällt. Als alleiniges Ziel wirkt die Insel für Strandurlauber eher unspektakulär.
Bohol: Hügel, Tarsier und Panglao
Bohol liegt gegenüber von Cebu und ist die Insel, auf der Landschaft und Strand am besten zusammenpassen. Die Chocolate Hills, mehr als tausend kegelförmige Hügel, die in der Trockenzeit braun werden, gehören zu den bekanntesten Anblicken des Landes. Dazu kommen Flussfahrten, kleine Dörfer und der Philippinen-Koboldmaki, den man in Schutzstationen sehen kann.
Wer baden will, bleibt auf der vorgelagerten Insel Panglao, die per Brücke erreichbar ist. Das Tauchen und Schnorcheln dort ist gut, die Orte sind ruhiger als auf Boracay. Beim Koboldmaki lohnt der Blick auf die Art der Station: Die Tiere sind nachtaktiv und stressempfindlich, seriöse Anbieter halten Abstand, lassen kein Blitzlicht zu und keine Berührung.
Für Erstbesucher ist die Kombination aus Cebu und Bohol die einfachste Variante. Die Überfahrt per Schnellfähre dauert grob zwei Stunden, Fahrpläne ändern sich, schauen Sie also vor Ort nach.
Boracay: kleiner Strand, große Auswahl
Boracay ist winzig, und der White Beach ist trotzdem ein Begriff. Etwa vier Kilometer feiner, heller Sand, Sonnenuntergänge, Restaurants und Bars am Ufer, dazu viele Hotels jeder Preisklasse. Wer Infrastruktur will, findet sie hier schneller als irgendwo sonst.
Die Insel hat auch eine Vorgeschichte. 2018 wurde sie wegen Umweltproblemen für sechs Monate für Touristen gesperrt und danach mit neuen Regeln wieder geöffnet. Seither gelten strengere Vorgaben für Bebauung und Umgang mit Abwasser und Müll. Manche vermissen die frühere Lässigkeit, andere finden es sauberer.
Boracay ist ein reines Strandziel. Für Natur, Wanderungen oder Kultur reicht es nicht, und in der Hochsaison wird es voll. Die Anreise führt über die Flughäfen Caticlan oder Kalibo mit anschließendem Bootstransfer.
Welche Insel für welchen Reisetyp?
- Erste Reise, zwei Wochen, möglichst unkompliziert: Cebu und Bohol. Kurze Wege, vieles auf einmal, gut kombinierbar.
- Traumkulisse und Bootstouren: Palawan, am besten nur El Nido oder nur Coron, nicht beides in Eile.
- Strand, Strandleben, Abendprogramm: Boracay, gern als Abschluss nach ein paar Tagen auf Bohol.
- Taucher: Bohol (Panglao) und Cebu (Moalboal) für den Einstieg, Palawan für mehr. Mehr zum Thema im Beitrag Tauchen auf den Philippinen.
Wer nur eine Insel nehmen möchte und keine Erfahrung mit der Region hat, fährt mit Bohol meist am besten. Es ist die Mitte zwischen allem.
Wetter und Taifune: der unsichtbare Reiseführer
Die Philippinen liegen im Taifungürtel des Westpazifiks. Die Taifunsaison reicht grob von Juni bis November, die Hauptgefahr liegt im Spätsommer und Herbst. Für Reisende bedeutet das nicht, dass die Monate unbereisbar sind, wohl aber, dass Fähren und Flüge ausfallen können und Boote nicht auslaufen.
Als bequemste Zeit gilt die trockenere Phase etwa von Dezember bis Mai, wobei die Inseln im Norden und Süden regional unterschiedlich ticken. Planen Sie bei der Anreise Puffertage ein und buchen Sie Anschlussflüge nicht zu knapp. Für Details zum Wetter pro Monat und Region folgt in dieser Reihe ein eigener Beitrag.
Einreise und Sicherheit
Die aktuellen Einreisebestimmungen, Passanforderungen und regionalen Sicherheitshinweise veröffentlicht das Auswärtige Amt in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen für die Philippinen. Schauen Sie dort kurz vor der Buchung und noch einmal vor dem Abflug nach. Einzelne Regionen im Süden des Landes sind von Reisewarnungen betroffen. Die hier beschriebenen Touristeninseln liegen nicht dort, aber die Lage kann sich ändern.
Häufige Fragen
Reichen zehn Tage für die Philippinen?
Für einen guten ersten Eindruck ja, wenn Sie sich auf eine Inselgruppe beschränken, etwa Cebu und Bohol. Mit Palawan zusätzlich wird es hektisch.
Kann ich Palawan und Boracay in einer Reise verbinden?
Möglich, aber umständlich. Beide liegen weit auseinander, in der Regel fliegen Sie über Manila oder Cebu. Rechnen Sie pro Wechsel mit einem halben bis ganzen Reisetag.
Ist Inselhopping auf eigene Faust machbar?
Ja, mit Puffern. Wer feste Anschlüsse hat, etwa einen Rückflug, sollte vorher einen Tag Spielraum einplanen. Anregungen finden Sie im Beitrag Inselhopping auf den Philippinen.
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Quellen
- UNESCO World Heritage Centre: Puerto-Princesa Subterranean River National Park. Welterbeliste, Eintragung 1999.
- UNESCO World Heritage Centre: Tubbataha Reefs Natural Park. Welterbeliste, Eintragung 1993.
- Auswärtiges Amt: Philippinen, Reise- und Sicherheitshinweise (aktuelle Fassung auf der Seite des Auswärtigen Amts prüfen).