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Tempel in Thailand: Kleidung und Verhaltensregeln

Es ist Mittag in Bangkok, 34 Grad, und vor dem Eingang des Wat Pho steht jemand in Trägershirt und kurzen Shorts. Am Kassenhäuschen wird er freundlich, aber bestimmt zurückgeschickt. Ein Sarong zum Überwerfen gibt es oft in der Nähe, nur kostet das Zeit und Nerven. Mit ein paar Regeln im Kopf passiert Ihnen das nicht, und Sie bewegen sich in thailändischen Tempeln so, dass sich niemand an Ihnen stört.

Was Sie anziehen sollten

Die Grundregel ist einfach: Schultern und Knie bedeckt. Das gilt für Frauen und Männer gleichermaßen, und es gilt in der Hitze erst recht, weil Sie sonst unterwegs ständig umplanen müssen.

  • Ein leichtes T-Shirt mit kurzen Ärmeln reicht. Trägertops, Schulterfreies und bauchfreie Oberteile eher nicht.
  • Hosen oder Röcke bis zum Knie oder länger. Luftige lange Hosen aus Leinen sind angenehmer als Jeans.
  • Zu enge, durchsichtige oder stark zerrissene Kleidung fällt auf, auch wenn sie formal lang genug ist.
  • Ein dünnes Tuch oder ein Schal im Tagesrucksack rettet den spontanen Tempelbesuch zwischen zwei Strandtagen.

Am strengsten wird beim Grand Palace in Bangkok geprüft, zu dem der Tempel des Smaragd-Buddhas (Wat Phra Kaew) gehört. Die Anlage veröffentlicht ihre Kleiderordnung auf ihrer offiziellen Webseite, und die Kontrolle am Eingang ist keine Formsache. Schauen Sie vor dem Besuch dort nach, denn Öffnungszeiten und Details ändern sich.

Schuhe aus, Füße im Blick

Vor Gebäuden mit Buddha-Statuen ziehen Sie die Schuhe aus. Meist stehen Regale oder ein Haufen Sandalen vor der Tür, daran erkennen Sie es. Auch Hüte und Sonnenbrillen nehmen Sie beim Betreten ab. Die Außenanlage dürfen Sie in der Regel mit Schuhen begehen, drinnen im Hauptsaal gilt: barfuß oder in Socken.

Der Fuß gilt in Thailand als der niedrigste Teil des Körpers. Der Kopf ist umgekehrt der höchste, auch bei anderen Menschen. Daraus ergeben sich Gesten, die Sie sich merken können:

  • Richten Sie die Fußsohlen nie auf eine Buddha-Figur. Sitzen Sie im Tempelsaal also im Schneidersitz oder mit zur Seite angewinkelten Beinen.
  • Stellen Sie sich nicht über Menschen, die auf dem Boden sitzen, und steigen Sie nicht über ausgestreckte Beine.
  • Berühren Sie fremde Köpfe nicht, auch nicht bei Kindern.

Mönche, Buddha-Figuren, Opfergaben

Mönche begegnen Ihnen in Tempeln und auf der Straße. Ein Lächeln und ein respektvoller Abstand sind in Ordnung. Frauen sollten Mönche nicht berühren und ihnen nichts direkt in die Hand geben. Wenn Sie etwas überreichen möchten, geben Sie es einer männlichen Begleitung oder legen es ab. Im Bus oder in der Bahn wird den Mönchen häufig ein Sitzplatz überlassen.

Buddha-Darstellungen sind keine Kulisse. Klettern Sie nicht auf Statuen, lehnen Sie sich nicht an und posieren Sie nicht in abwertender Haltung davor. Für ein Foto mit einer Figur reicht es, wenn Sie den Blickwinkel so wählen, dass Sie nicht über ihr stehen oder die Figur im Hintergrund zur Deko wird. Das Gleiche gilt für Souvenirs: Buddha-Abbildungen als Aufdruck auf Kleidung oder als Tattoo-Motiv können Einheimische verletzen. Für die Ausfuhr echter Buddha-Figuren gelten außerdem eigene Vorschriften, die Sie vor dem Kauf klären sollten.

Opfergaben wie Blumen, Räucherstäbchen oder Blattgold sind für die Gläubigen gedacht. Wer mitmachen möchte, kann Blüten oder Räucherstäbchen am Tempeleingang kaufen und es den Leuten vor Ort abschauen.

Fotografieren und Lautstärke

In den meisten großen Tempeln darf man fotografieren, in manchen Innenräumen aber nicht. Entsprechende Schilder stehen meist gut sichtbar am Eingang. Blitzlicht stört Betende, und auf Selfie-Stangen reagieren manche Anlagen mit Hinweisen. Fotografieren Sie Mönche und Betende nicht aus nächster Nähe, ohne zu fragen.

Sprechen Sie leise. Handys stellen Sie stumm. Telefonieren Sie draußen. Ein Tempel ist auch dann ein Ort der Andacht, wenn drumherum gerade Reisegruppen vorbeiziehen.

Der König und das Königshaus

Ein Punkt, der über Tempel hinausgeht: Das Königshaus genießt in Thailand besonderen Schutz. Das Auswärtige Amt weist in seinen Reisehinweisen darauf hin, dass abfällige Äußerungen über die Monarchie strafbar sind. In Tempeln, an Denkmälern und bei Bildnissen des Königs sollten Sie sich zurückhaltend verhalten. Auch Geldscheine und Münzen mit dem Bild des Königs gehören nicht auf den Boden oder unter den Fuß.

Tipps für den Besuch

Besichtigen Sie die großen Anlagen am besten früh am Morgen. Dann ist es kühler, es gibt weniger Gedränge, und Sie erleben, wie Mönche und Anwohner ihren Alltag im Tempel verbringen. Planen Sie mittags eine Pause ein. Wann es im Land am angenehmsten ist, lesen Sie im Beitrag zur besten Reisezeit für Thailand.

Wenn Sie unsicher sind, beobachten Sie Einheimische. Wer die Schuhe auszieht, wenn andere es tun, und sich zurückhält, wenn Gläubige beten, macht nichts falsch. Kleine Verstöße werden Reisenden meist nachgesehen, wenn man Respekt spürt. Ein Lächeln und ein leises Entschuldigung helfen.

Häufige Fragen

Dürfen Frauen in Tempel in Thailand?

Ja. Frauen können fast alle Tempel besichtigen. Nur der Kontakt zu Mönchen ist eingeschränkt: kein Körperkontakt, keine direkte Übergabe von Gegenständen. In einzelnen Heiligtümern gibt es zusätzlich Bereiche, die nur Männern offenstehen. Hinweisschilder vor Ort zeigen das an.

Muss ich in jedem Tempel Eintritt zahlen?

Nein. Viele kleinere Tempel sind frei zugänglich, bei den bekannten Anlagen in Bangkok oder Chiang Mai wird dagegen oft Eintritt verlangt. Eine Spende in der Spendenbox ist willkommen, aber freiwillig. Die aktuellen Preise stehen auf den Webseiten oder am Eingang.

Was tun, wenn ich keine passende Kleidung dabei habe?

An den großen Sehenswürdigkeiten werden Tücher oder Überwürfe verliehen oder verkauft. Das ist eine Notlösung. Mit einem eigenen Tuch im Rucksack sind Sie unabhängig.

Lesen Sie auch

Quellen

  1. Auswärtiges Amt: Thailand, Reise- und Sicherheitshinweise (aktuelle Fassung auf der Seite des Auswärtigen Amts prüfen).
  2. The Grand Palace, Bangkok: Besucherinformationen und Kleiderordnung, offizielle Webseite der Anlage.
  3. Tourism Authority of Thailand (TAT): Hinweise für Reisende zu Etikette und Verhalten in Tempeln, tourismthailand.org.