Landung in Cebu, Koffer vom Band, und dann die Frage, die fast jeder Erstbesucher hat: Fahre ich gleich weiter nach Bohol, oder schaue ich mir erst Cebu an? Beide Inseln liegen nur eine Fährfahrt auseinander, und genau das macht die Kombination so beliebt. Trotzdem lohnt es sich, die Reihenfolge, die Übernachtungen und die Fährzeiten vorab zu durchdenken. Sonst sitzen Sie am zweiten Tag im Hafen statt am Strand.
Warum gerade diese beiden Inseln?
Cebu und Bohol gehören zu den Visayas, der mittleren Inselgruppe der Philippinen. Cebu hat den großen internationalen Flughafen auf Mactan und ist damit für viele die erste Station. Bohol liegt östlich gegenüber und ist ruhiger, grüner und stärker auf Natur ausgerichtet.
Die beiden ergänzen sich. Cebu bietet Stadt, Wasserfälle und Schnorcheln direkt vom Ufer. Bohol bietet Hügel, Flussfahrten und Strand auf Panglao. Wer beides sehen will und nicht ständig umziehen möchte, fährt hier meist besser als mit Palawan oder Boracay im selben Urlaub. Den Vergleich aller vier Inseln finden Sie im Beitrag Welche Insel für den ersten Philippinen-Urlaub?.
Wie viele Tage brauchen Sie?
Eine Woche geht, aber sie ist knapp. Zehn bis vierzehn Tage sind entspannter, vor allem wenn Sie nicht jeden Morgen den Rucksack neu packen wollen.
- Sieben Tage: zwei bis drei Nächte Cebu, vier Nächte Bohol. Das reicht für Moalboal oder die Kawasan-Fälle und für Chocolate Hills plus Panglao, mehr nicht.
- Zehn Tage: drei bis vier Nächte Cebu (mit einem Standortwechsel in den Süden), fünf Nächte Bohol.
- Vierzehn Tage: zusätzlich ein Abstecher, zum Beispiel Malapascua im Norden von Cebu oder ein zweiter Strandort auf Bohol.
Rechnen Sie bei jedem Inselwechsel mit einem halben Tag, der für Transfer und Ankommen draufgeht.
Zwei Routen, eine Entscheidung
Die meisten fahren in einer von zwei Richtungen. Welche besser passt, hängt von Flug und Rückflug ab.
Erst Cebu, dann Bohol
Das ist die Standardroute. Sie landen in Cebu, verbringen die ersten Tage dort und setzen dann mit der Fähre nach Bohol über. Von Bohol fliegen Sie entweder zurück über Cebu oder nehmen vor dem Rückflug noch einmal die Fähre. Der Vorteil: Sie haben zum Ende einen ruhigen Strandabschnitt auf Panglao und müssen nicht mehr viel organisieren.
Erst Bohol, dann Cebu
Das klappt, wenn Sie schnell vom Flughafen weg wollen. Direkt nach der Landung fährt ein Taxi zum Hafen, und Sie schlafen schon am ersten Abend auf Bohol. Cebu sehen Sie dann zum Schluss, mit Rückflug aus Mactan. Der Haken: Wer mit Jetlag ankommt und gleich in die Fähre steigt, ist am ersten Tag selten in Bestform.
Wenn Sie nicht sicher sind, wählen Sie die Standardroute. Sie bringt einen weichen Einstieg und gibt Ihnen auf Bohol einen Puffer vor dem Heimflug.
Die Fähre: was Sie wissen sollten
Zwischen Cebu-Stadt und Tagbilaran, der Hauptstadt von Bohol, verkehren mehrere Schnellfähren verschiedener Betreiber. Die Überfahrt dauert grob zwei Stunden, je nach Schiff und Wetter etwas mehr oder weniger. Es gibt auch Verbindungen von Cebu zu anderen Häfen auf Bohol. Welche Reedereien und Abfahrtszeiten aktuell gelten, ändert sich laufend, deshalb nennen wir hier keine Namen und keine Preise.
Ein paar Dinge helfen in der Praxis:
- Fahrplan und Ticket erst kurz vor der Reise prüfen. Online lässt sich oft buchen, am Hafen geht es meist auch.
- Planen Sie am Hafen reichlich Zeit für Check-in und Gepäck ein.
- Legen Sie keinen Flug auf den Tag der Überfahrt, weder am selben Abend noch früh am nächsten Morgen.
- Bei Sturm und Taifunwarnungen fallen Fahrten aus. Die Hauptgefahr liegt etwa zwischen Juni und November, mehr dazu im Beitrag Beste Reisezeit für die Philippinen.
- Bei Seegang sitzen Sie lieber im Innenraum. Wer anfällig für Seekrankheit ist, sollte den Hausarzt oder die Apotheke vor der Reise fragen.
Die Alternative ist ein Flug zwischen den Inseln, den es allerdings nicht immer gibt. Für kurze Strecken ist die Fähre fast immer die einfachere Wahl.
Was Sie auf Cebu einplanen
Cebu ist in der Fläche größer, als es auf der Karte wirkt. Die Küstenstraßen sind voll, und eine Fahrt von 100 Kilometern kann einen halben Tag dauern.
Zwei Ziele lassen sich gut kombinieren: Moalboal an der Südwestküste und die Kawasan-Fälle bei Badian. In Moalboal schnorcheln Sie direkt vom Ufer zu einem Riffabbruch, an dem es oft große Fischschwärme zu sehen gibt. Die Kawasan-Fälle sind eine Kette von türkisfarbenen Becken, die man meist im Rahmen einer geführten Tour besucht.
Die Stadt Cebu bleibt ein Tag. Kolonialkirchen, Märkte, Verkehr. Mehr braucht es nicht.
Was Sie auf Bohol einplanen
Bohol ist für die meisten die entspanntere Hälfte der Reise. Nach der Ankunft in Tagbilaran fahren Sie über die Brücke nach Panglao, wo die Strände und Hotels liegen. Von dort sind die Sehenswürdigkeiten der Insel in Tagesausflügen erreichbar.
Klassisch ist ein Tag im Landesinneren: die Chocolate Hills, mehr als tausend kegelförmige Hügel, die in der Trockenzeit bräunlich werden, dazu eine Flussfahrt und eine Schutzstation für den Philippinen-Koboldmaki. Bei dem kleinen Primaten gilt: Abstand halten, kein Blitzlicht, kein Anfassen. Seriöse Stationen weisen darauf hin.
Wer taucht oder schnorchelt, findet vor Panglao gute Plätze. Einsteiger buchen am besten bei einem Anbieter mit zertifizierten Guides und klaren Sicherheitsregeln. Mehr zum Thema im Beitrag Tauchen auf den Philippinen.
Beispielplan für zehn Tage
- Tag 1 bis 2: Ankunft in Cebu, Stadt anschauen, ausschlafen.
- Tag 3 bis 4: Transfer nach Süden, Moalboal und Schnorcheln, optional Kawasan-Fälle.
- Tag 5: zurück nach Cebu-Stadt, Fähre nach Bohol, erste Nacht auf Panglao.
- Tag 6 bis 7: Tagestour mit Chocolate Hills, Fluss und Koboldmaki.
- Tag 8 bis 9: Strand, Schnorcheln oder Tauchen, Pufferzeit.
- Tag 10: Rückreise nach Cebu, Heimflug.
Das sieht dicht aus und ist es auch. Wer weniger Tempo will, streicht Moalboal oder den zweiten Tag im Landesinneren.
Praktisches vor der Buchung
Bargeld bleibt auf beiden Inseln wichtig. Geldautomaten gibt es in den größeren Orten, auf dem Land oder bei kleinen Anbietern ist Karte nicht überall möglich. Nehmen Sie genug Pesos mit.
Wenn Sie auf Bohol einen Roller oder Mietwagen planen, lesen Sie vorher die Versicherungsbedingungen. Viele Reisende wählen stattdessen einen Fahrer für den Tag, was oft stressfreier ist.
Die aktuellen Einreisebestimmungen und regionalen Sicherheitshinweise veröffentlicht das Auswärtige Amt in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen für die Philippinen. Schauen Sie dort vor der Buchung und noch einmal vor dem Abflug nach.
Häufige Fragen
Reicht eine Woche für Cebu und Bohol?
Ja, wenn Sie bei Cebu nur Stadt und ein Ziel im Süden einplanen und Bohol den Schwerpunkt bildet. Mehr als zwei Stationen pro Insel würden die Reise in Transfers verwandeln.
Kann ich beide Inseln an einem Tag besuchen?
Theoretisch ja, praktisch kaum sinnvoll. Hin- und Rückfahrt kosten rund vier Stunden Fährzeit, dazu Hafenwege. Ein Tagesausflug lohnt sich nur, wenn Sie auf Bohol ohnehin nichts übernachten wollen.
Wann fahren die Fähren am zuverlässigsten?
In der trockeneren Phase von etwa Dezember bis Mai. In der Taifunsaison kann der Betrieb ohne Vorwarnung eingestellt werden, deshalb sollten Sie immer Puffertage haben.
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Quellen
- PAGASA (Philippine Atmospheric, Geophysical and Astronomical Services Administration): Climate of the Philippines, Klimatypen und tropische Wirbelstürme.
- Auswärtiges Amt: Philippinen, Reise- und Sicherheitshinweise (aktuelle Fassung auf der Seite des Auswärtigen Amts prüfen).